Von Insul nach Bad Münstereifel 23,1 km

Beitrag vom 9 Juli 2010

Sonnabend, 12. Juni 2010

Wir verabschieden uns nach dem Frühstück von Sigrun und Eckhard, die heute mit dem Auto weiter reisen. Das Gasthaus Keuler in Insul lassen wir in bester Erinnerung zurück – wirklich eine angenehme Übernachtungsstätte.

Das Wetter ist heute zweigeteilt, zuerst haben wir Sonne und machen gutes Tempo, z.T. auf asphaltierten Wanderwegen auf der alten Bahntrasse – sogar durch einen Tunnel führt uns der Weg. Nach dem Dörfchen Schuld mit seiner imposanten Flussschleife biegen wir von der Ahr ab und gehen neben der Straße auf einem Asphalt-Radweg. Vor diesem relativ langen Abschnitt bis zum Abbiegen in einen Waldweg bei der Daubiansmühle hatten wir Respekt – wir befürchteten zum heutigen Sonnabend viel Betrieb durch Radfahrer. Aber vielleicht hat sie der Name des hier fließenden Baches abgeschreckt: Armuthsbach. So nerven nur die jaulenden Motorräder, die nebenan auf der kurvenreichen Straße ihre PS ausleben. Naja, wer so viel Geld für sein Hobby ausgibt, muss es auch sehen und hören lassen…

Es folgt ein langer Abschnitt auf guten Waldwegen. Beim Anstieg hinauf nach Odesheim wird es uns richtig warm. Der Name soll wohl vom alten Germanengott Odin herrühren – zumindest hat man mit einer Odinstraße noch einmal nachgelegt.

Als wir wieder hinuntersteigen ins Tal, stellen wir fest, dass wir viel bequemer unten am Bach hätten weiterlaufen sollen. Aber dann hätten wir ja das Dorf des Odin nicht gesehen. Also Schweiß für den Germanengott geopfert – hoffentlich nimmt er das Opfer gnädig an.

Es sieht nicht danach aus. Wie wir die Höhe bei Hummerzheim erreichen, genießen wir in südlicher Richtung noch einmal den weiten Blick über die Eifelhöhen. Aber von Nordwesten zieht tiefhängender Regen heran. Der in der Karte eingetragene Weg fehlt in der Natur wieder einmal, so gehen wir am Waldrand entlang und ein kurzes Stück ziemlich steil den Wald hinunter und kommen im Tal des Liersbaches an.

Mit uns kommt aber auch der Regen im Tal an. Im hohen Gras entdecken wir einen Rehbock – es dauert lange, bis er sich zur Flucht entschließt. Wer weiß, was er dort Gutes zu fressen gefunden hatte…

Bis zum Ziel geht es fast nur durch Wald. Doch da es sich nun ziemlich eingeregnet hat, tropft es auch bereits tüchtig vom Blätterdach. Wir werden patschnass. Den Talgrund laufen wir aufwärts, aber er wird immer nässer. Und dann gibt es doch noch eine Steigerung von “unangenehm” – Holzeinschlag…

Was die großen Radschlepper mit ihren überdimensionalen Reifen aus einem Wanderweg machen können, ist schlicht unbeschreiblich. Ein Glück, dass wir gute Schuhe und viel Humor haben. Unter einer alten Fichte, die einigermaßen Schutz vor dem Regen bietet, packen wir unser Navigationsgerät aus und beschließen, die ca. 200 m bis zu einem festen Waldweg “querwaldein” zu überwinden.

Der Rest ist im Vergleich dazu fast so etwas wie Spaßwandern. Wir laufen den Effelsberger Weg durch den Stadtwald Münstereifel. Ein junger Mann mit zünftiger Ausrüstung kommt uns entgegen und zuckt auf unsere Frage, wohin es heute noch gehe, erst einmal mit den Schultern. “Speak you english?” fragt er. Und so erfahren wir, dass der junge Amerikaner heute die Nacht zeltend im Wald zubringen will. Prr – bei diesem Wetter…

Wir gehen am Schießbach hinunter zur Schleidtalstrasse und stoßen gleich am Ortseingang auf unser Hotel mit dem Charme von gestern – nach diesem nassen Tag fühlen wir uns hier gut aufgehoben.

Ich gehe am Abend zur Erkundung nochmal allein in die Stadt und erfahre dort, dass morgen ein Treffen von Musikzügen stattfindet – ein guter Auftakt für den morgigen Ruhetag.

Friedmar Erfurt @ 16:13
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Altenahr nach Insul 13,4 km

Beitrag vom 4 Juli 2010

Freitag, 11. Juni 2010

Wir haben ein Traumwetter.

Und nach rasch überstandenem Ärger mit dem Hotel geht es an der Ahr entlang, bei strahlendem Sonnenschein und nur ab und zu einem weißen Wölkchen, dafür aber einem angenehm leichten Wind.

Wir haben am heutigen Tag nur eine Kurzstrecke zu bewältigen. Der Rotweinwanderweg endete ja in Altenahr. Und so habe ich für die heutige Etappe den Ahrtalradweg ausgewählt. Der verläuft ohne wesentliche Steigungen immer längs der Ahr, die hier den Charakter eines lieblichen Wiesen-Flüssleins hat. Zum Glück überholen uns nur ganz am Anfang ein paar Radfahrer, danach sind wir fast ganz allein unterwegs und können uns gemütlich unterhalten – Monika mit Sigrun, Eckhard mit mir.

Nur ab und zu mal machen wir einen kurzen Stopp wegen eines Fotos – dann geht es fröhlich weiter.

Das ist heute Genuss wandern pur. Natürlich sind wir glücklich, dass wir für unsere Berliner Freunde solch prächtiges Wetter haben und dass sich der gewählte Weg als so angenehm herausstellt.

In Ahrbrück endet heute die Bahnlinie der Ahrtalbahn. Doch der ehemalige Bahndamm dient jetzt als Rad- und Wanderweg. Fürs Wandern wäre zweifellos ein Wiesenweg günstiger als der Asphalt-Belag, doch es stört uns nicht allzu sehr.

Unser Vesper genießen wir etwas ungewöhnlich – sitzend auf dem Tisch, die Füße auf der Sitzbank. Der Grund ist ganz einfach: angesichts des hohen Grases um die Tischgruppe herum haben wir Respekt vor den Zecken.

An Hönningen geht es vorbei und an Liers, kleinen schmucken Orten.

Noch vor 13 Uhr haben wir Dümpelfeld passiert und wissen: der nächste Ort ist unser Tagesziel Insul.

Im Gasthof Insul werden wir freundlich empfangen.

Eckhard holt sein Auto aus Altenahr – mit Freude berichtet er uns über die dabei zuteil gewordene Hilfsbereitschaft fremder Menschen, die den an der Bushaltestelle Wartenden nach seinem Weg fragten und ihn mitnahmen.

Wir fragen nach einem Kaffee und evtl. etwas Kuchen. Nein, den habe man heute nicht. Aber wie wäre es mit einem Eis? Jawohl, das genehmigen wir uns.

Und wir werden herzlich eingeladen zur heutigen Eröffnung der Biergartensaison, die örtliche Blaskapelle sei auch anwesend und für €12,50 pro Person wären wir beim Grill-Buffet dabei.

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, zumal die Vorbereitungen im Hofe schon anlaufen. Wir machen noch einen Bummel durch den hübschen Ort und erfahren an einer Schautafel, dass der ungewöhnliche Name “Insul” von “Insel” stammt: die Ahr gabelte sich früher oberhalb des Dorfes und floss in zwei Armen um ihn herum.

Rechtzeitig zur Eröffnung sind wir zurück, die Blaskapelle legt sich mächtig ins Zeug – die Speisen vom Grill sowie ein guter Wein dazu sind ein angenehmer Ausklang dieses sonnigen Tages.

Friedmar Erfurt @ 13:19
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Ahrweiler nach Altenahr 20,2 km

Beitrag vom 2 Juli 2010

Donnerstag, 10. Juni 2010

Bei einem guten Frühstück erzählt uns der alte Herr des Hauses Einiges über die unvollendete Bahnstrecke oben am Berg, über die Kilometer langen Tunnel und über die Zuflucht der Bewohner in diese nach der Bombardierung der Stadt im Winter 1945. Wir sollten nur mal schauen, wir kämen ja auf dem Rotweinweg da oben lang.

Wir verlassen Ahrweiler

Wir verlassen Ahrweiler

Es setzt Regen ein, kaum dass wir das Hotel verlassen haben. Das ist blöd – ein Stückchen eher, und wir hätten Anorak und Rucksack-Überzug noch in Ruhe anlegen können.

Der Hinweis, wie es hoch zum Rotweinwanderweg geht, ist deutlich genug. Im Regengrau bleibt die hübsche Stadt Ahrweiler hinter uns zurück.

Trotz dieser guten Markierung stellen wir weit oben am Wald fest, dass wir falsch gegangen sind. Wir hätten unten am ehemaligen Regierungsbunker abbiegen müssen. Nun, so holen wir etwas Weg hinzu – schließlich laufen wir uns ja immer besser ein, den Rucksack merken wir schon kaum noch.

Ein Blick über die Stadt

Ein Blick über die Stadt

Wir genießen den sehr schönen Blick auf die Stadt und das Kloster Kalvarienberg von hier oben. Die tief hängenden Wolken im Tal geben der Landschaft einen eigenartigen Reiz. Sie sind fast auf die Höhe von Hotel Hohenzollern herab gesunken.

Woher der Rotwein-Wanderweg wohl seinen Namen hat?

Woher der Rotwein-Wanderweg wohl seinen Namen hat?

Wenn wir es genau nehmen, sind wir eigentlich nur heute so richtig auf dem Original-Rotweinwanderweg unterwegs. Die Hanglagen der Reben werden immer steiler.

Sonne kommt jetzt heraus, aber das Laufen macht weiterhin großen Spaß.

Bei der mit Grün bewachsenen Ruine der ehemaligen Klosterkirche

Hier wächst der Wein nicht nur am Berg

Hier wächst der Wein nicht nur am Berg

Marienthal geht es ja noch mit der Neigung der Weinberge. Aber an der “Bunten Kuh”, bei Dernau, Rech und Mayschoß muss man wohl alpinistische Fähigkeiten haben, um in einigen der dortigen Steillagen Weinbau zu betreiben.

Kein Wunder, dass der hier geerntete Rotwein seinen Preis hat.

Hier liegt die Weinerzeugungsrate bei erstaunlichen 750:1

Hier liegt die Weinerzeugungsrate bei erstaunlichen 750:1

Der Ort Mayschoß ist allein schon von der Lage her wunderschön – und wenn man dann noch liest, dass hier bei 1.000 Einwohnern im Jahr 750.000 Liter Wein erzeugt werden, bekommt man das Grübeln.

Unser Wegweiser

Unser Wegweiser

Der berühmte “Arbeiter im Weinberg” – hier ist er Realität. Welcher Fleiß steckt drinnen in dem beliebten Getränk, wie viel Schweiß, wenn bei Sonne am Hang gearbeitet werden muss.

Hoch über dem Weg tront die Burgruine Are

Hoch über dem Weg tront die Burgruine Are

Vor Altenahr treffen wir auf die letzten Weinberge. Noch einmal grüßt uns das Zeichen des Rotweinwanderweges, die symbolische rote Traube.

Dann sehen wir Altenahr – steil gehen wir an der imposanten Kulisse der Ruinen der Burg Are hinunter zu unserem heutigen Etappenziel.

Eigentlich hätten wir noch Zeit, einen Blick zu werfen hinter die alten Mauern. Aber es reicht uns für den heutigen Tag.

Weinprobe mit Freunden

Weinprobe mit Freunden

Und außerdem werden wir ja heute von Sigrun und Eckhard erwartet, die morgen die Etappe bis Insul mitgehen wollen.

Das Handy macht es möglich: Wir treffen uns zum Abendessen und zum Bummel durch das Städtchen mit einer gemütlichen Weinprobe.

Friedmar Erfurt @ 19:07
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Niederdürenbach nach Ahrweiler 18,3 km

Beitrag vom 30 Juni 2010

Mittwoch, 09. Juni 2010

Auch hier winkt Olbrück

Auch hier winkt Olbrück

Heute geht es zur 3. Etappe – doch zuvor genießen wir noch den Blick aus dem Hotelzimmer und ein ausgiebiges Frühstück.

Es sind nicht nur die selbst hergestellten Konfitüren und der vorzügliche Kaffee – das Gespräch mit der Geschäftsführerin ist einfach herzerwärmend.

Da steht jemand mit beiden Beinen im Leben, hat Freude am Schaffen und an den Menschen, die als Gäste zu Besuch kommen.

Wir meinen, hier könnte ein geeigneter Ort für ein Treffen unserer Chemnitzer Freunde sein. Und so lassen wir uns noch einige der behaglichen Räumlichkeiten zeigen. Wirklich erste Klasse – trotz lediglich dreier zuerkannter Sterne.

Und dann ziehen wir endlich los, vorbei am neuen Maarhof hinauf zum Rodder Maar. Einst

Eines der Augen der Eifel

Eines der Augen der Eifel

trockengelegt, dient es nun wieder als kleiner See – eines der Eifeler Augen.

Auf der Höhe geht es bequem dahin, am Königssee vorbei, der sich als vollgelaufener ehemaliger Basalt – Steinbruch entpuppt. Diese Information finden wir an einer alten Feldbahn-Lore, die als Denkmal des einstigen Broterwerbs noch herumsteht.

Die Sonne kommt heraus, der Wind macht das Laufen sehr angenehm. Außerdem ist die Strecke nicht lang und führt fast ständig durch den Wald. Nur einmal geht es hinab in das Dorf Schalkenbach und dann steil wieder hinauf in den Wald, der hier aber seinen Charakter ändert: auf der alten Königsfelder Straße laufen wir durch Nadelwälder.

Blick ins Siebengebirge

Blick ins Siebengebirge

Lange geht es durch den Wald, bis wir von den Wegzeichen nach rechts gewiesen werden – und bald stehen wir vor einem Aussichtspunkt, dem Steckenbergturm. Weit reicht von oben der Blick bis zum Siebengebirge – nur die nähere Umgebung ist dank der unterhalb des Turmes recht hoch gewachsenen Bäume nicht zu erkennen.

Den eigentlich vorgesehenen Weg über den Neuenahrer Berg und die

"irres Baumexemplar"

"irres Baumexemplar"

Burgruine Neuenahr schenken wir uns – wir sind ja immerhin erst auf der dritten Etappe und noch beim “Einlaufen”. Statt dessen wählen wir einen eigenen, kürzeren Weg hinunter nach Bad Neuenahr, vorbei an irren Baumexemplaren, und erreichen Bad Neuenahr beim Kloster.

Heute geht es erstmals durch eine größere Stadt, also suchen wir nach einer Einkaufsmöglichkeit, um uns etwas Proviant für die nachfolgenden Tage zu beschaffen. Wir werden fündig und genehmigen uns vor dem Weiterlaufen noch Kaffee und Kuchen.

Stadtmauer mit mächtigen Türmen

Stadtmauer mit mächtigen Türmen

Ahrweiler empfängt uns mit seiner tollen Silhouette – der Stadtmauer mit mächtigen Türmen.

Unser Hotel liegt direkt vor einem Tor. Nach leichtem Ärger mit der  Hotel – Anmeldung (ich hatte die Bestätigung des Angebots versäumt) schauen wir dann doch zufrieden vom Balkon herunter auf die Stadt…

Der Abend sieht uns bei einem fröhlichen Bummel durch Stadt und

Weinprobe

Weinprobe

Weinlokale – so dicht gedrängt haben wir noch nie den Roten und den Weißen angeboten bekommen.

Und da wir ja auf dem Rotweinwanderweg unterwegs sind

und danach zur Weißweingegend Mosel wollen, probieren wir eben beide Sorten.

Stimmungsvolles Bild

Stimmungsvolles Bild

Regen setzt ein, die Gäste flüchten aus dem Hof ins Haus – wir waren clever und haben uns schon vorher ins Innere gesetzt.

Dann ziehen wir weiter.

Die regenfeuchte Stadt gibt beim scheidenden Licht noch ein paar stimmungsvolle Bilder her.

Und wir überlegen kurz, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in

lecker Wein

lecker Wein

unserem Leben nie wieder in Ahrweiler verweilen werden (da es ja noch so viel anderes Nicht-Gesehenes gibt…), und dass der Wein hier so lecker ist, und dass wir eigentlich noch einen Schoppen vertragen könnten.

Da kehren wir halt noch einmal ein.

Und wir bereuen es nicht…

Denn: das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken!

Friedmar Erfurt @ 16:40
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Nickenich über Maria Laach nach Niederdürenbach 19 km

Beitrag vom 29 Juni 2010

Dienstag, 08. Juni 2010

Auf dieser zweiten Etappe wollen wir uns etwas Zeit nehmen für Maria Laach. Der Start sollte gegen neun Uhr sein, doch es wird eine Stunde später – wir schlafen lange. Und das Frühstück lädt auch zum Verweilen ein.

Beeindruckende Naturstein-Gebäude

Beeindruckende Naturstein-Gebäude

Die aus dunklem Gestein vulkanischen Ursprungs errichteten Häuser hatten uns schon gestern Abend beeindruckt.

Heute morgen führt unser Weg an ihnen vorbei – wieder hinauf auf die Höhe, immer Richtung Westen. Es ist ein wunderbarer Tag zum Wandern: sonnig, etwas Wind, ein paar hohe Wolken.

Der Anstieg hat uns ins Schwitzen gebracht. Wir freuen uns schon, dass

Nachbau eines römischen Grabmals

Nachbau eines römischen Grabmals

wir gleich in einen schattigen Waldweg eintauchen können. Da fällt unser Blick nach rechts auf ein kleines rundes Bauwerk. Es entpuppt sich als der Nachbau eines an dieser Stelle gefundenen römischen Grabmals, eines Tumulus.

Sehr gut gestaltete Schrifttafeln erklären, dass man hier in unmittelbarer Nähe auch ein sogenanntes Nischengrab fand. Die Besonderheit ist die Tracht der dargestellten Personen, die sowohl keltische wie römische Kleidungsstücke trugen – ein Hinweis für die allmähliche Assimilation der einheimischen (wohlhabenden) Gesellschaft mit der römischen.

Eine gelungen gestaltete Anlage!

Fotoobjekt am Wegesrand

Fotoobjekt am Wegesrand

Lange gehen wir nun im Wald aufwärts.

Und indessen ich mir Mühe gebe mit der Nahaufnahme dieser Weinberg-Schnecke –

nimmt Monika “Fahrt auf”

und ich habe größte Mühe, ihr zu folgen.

Dafür verpassen wir den Abzweig, den wir eigentlich gehen wollten, und kommen oben auf dem Kraterrand des Laacher Sees heraus.

Der sanft abfallende Weg hinunter nach Maria Laach (mit einer einzigen Steileinlage) ist mit vielen erklärenden Bildtafeln so etwas wie ein

Geologie zum Anfassen

Geologie zum Anfassen

Bilderbuch der Erdgeschichte. Die gewaltige Eruption, die das Laacher Maar schuf, – mit Ascheablagerungen, die man noch in Schweden und im Mittelmeerraum fand, – dürfte das Klima jener Zeit gewaltig beeinflusst haben. Man kann es sich gar nicht vorstellen, wenn man heute durch diese idyllische Landschaft geht.

Klosterkirche Maria Laach

Klosterkirche Maria Laach

Und dann liegt es auch schon vor uns – dieses Prachtexemplar einer romanischen Klosterkirche: Maria Laach.

Wir lassen uns viel Zeit, genießen die Stille im Halbdunkel des Kircheninneren und sind fasziniert von den vielen kleinen Details der Verzierungen des Bauwerks.

Der Löwenbrunnen erinnert uns an den in der Alhambra. Welches der

Löwenbrunnen

Löwenbrunnen

ältere ist, bleibt eine eigentlich gegenstandslose Frage. Brunnen dieser Art finden sich in jenen alten Zeiten mehrfach. Und wozu streiten um ein so schönes Bauwerk…

Wir reißen uns los. Die Karte sagt uns: Hinauf bis fast zur Autobahn, dann im Wald nach rechts weiter.

Echse oder Märchenwesen?

Echse oder Märchenwesen?

Und es ist wie im Märchen: Eine gute Fee in Gestalt einer goldenen Blindschleiche weist uns darauf hin, dass da gleich eine schöne Bank kommt, auf der wir dann gut vespern können.

Da aber Feen manchmal auch etwas boshaft sind, hat sie diese Bank verhext: die nahe Autobahn dröhnt uns die Ohren zu – so schön der Platz ansonsten auch ist…

...sieht romantischer aus, als es war

...sieht romantischer aus, als es war

Frisch gestärkt geht es weiter. Nach dem Waldstück sind wir richtig “oben draußen” und haben einen weiten Blick über das Land.

Wir unterqueren die A61, gehen erst einmal ein Stück in die falsche Richtung und haben dann bald Wehr vor uns. Das erste Mal sehen wir in der Ferne die Burgruine Olbrück.

Erster Blickkontakt mit der Burgruine Olbrück

Erster Blickkontakt mit der Burgruine Olbrück

Durch Wehr und dann durch eine Menge Wald sind wir rasch hindurch, bis wir dann in der Ferne eine Lokomotive pfeifen hören – und da kommt auch schon auf einer antiken Bahnlinie (antik ist für den Zustand des Gleiskörpers schon sehr geschmeichelt) der “Vulkanexpress” an geschaukelt.

antiker "Vulkanexpress"

antiker "Vulkanexpress"

Die Fahrgäste aber scheinen das Ganze sehr zu genießen, sie winken uns lachend zu.

Die Burgruine Olbrück lassen wir links liegen – so sehr auch mein Burgen-Bezwinger-Trieb gegen diese Entscheidung rebelliert.

Denn es ist spät geworden, Maria Laach hat uns viel Zeit gekostet.

Von Weitem ist schon das Hotel Maarheide in Niederdürenbach zu sehen. Nur noch den Berg hoch und dann – dann erwartet uns eine freundliche Geschäftsführerin und führt uns in eine wunderschöne kleine Ferienwohnung mit getrenntem Wohn- und Schlafbereich. Das hätten wir hier zu diesem Preis nie erwartet. Und der Blick aus dem Fenster…

Friedmar Erfurt @ 16:59
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal