Nachhause

Beitrag vom 5 August 2010

Mittwoch, 23. Juni 2010

Heute klappt alles! Das wissen wir zwar am Morgen noch nicht, dafür aber am Abend in Chemnitz.

Von Minheim und Familie Schmitt verabschieden wir uns gut gelaunt. An der am Kindergarten gelegenen Bushaltestelle sind wir ein paar Minuten zu zeitig. Und so erleben wir nicht nur eine rollige Katze, die sich mit meinem Rucksack anfreundet, sondern die Ankunft mehrerer Kinder, die mit dem Bus zum Kindergarten kommen. Sie laufen so fröhlich hinein, dass wir unwillkürlich lachen müssen.

Am Morgen haben wir gehört, dass der Kindergarten jetzt wirklich ganztags geöffnet ist und dass dies von vielen Familien sehr gerne angenommen wird. Gerade für die Arbeit im Weinberg sei es wichtig, dass man den ganzen Tag draußen bleiben könne und dabei wisse, dass die Kinder gut versorgt sind. Uns freut es.

Unser Bus bringt uns pünktlich zum Hauptbahnhof Wittlich, die Deutsche Bahn bringt uns anschließend ebenso gut über Koblenz und Nürnberg nach Chemnitz. Bei der Fahrt im Rheintal schauen wir hoch zum Rheinsteig. “Weißt Du noch?…” Der Rheinsteig war der Auftakt für unsere Etappenwanderungen.

Mittlerweile – jetzt ist es August – zog wieder normales Leben bei uns ein. Aber ganz im Hinterkopf, da schwirren schon Pläne für neue Touren herum.

Es gibt da ja schließlich auch noch den Fränkischen Rotweinwanderweg, die Wachau – ja, und mit dem Harz könnte man noch mal ein richtig tolles Ding drehen…

Dazu gibt es aber eine ganz klitzekleine Bedingung für jemanden, der bald siebzig wird: gesund bleiben. Hoffen wir’s!

Friedmar Erfurt @ 21:46
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Wittlich nach Minheim 18,7 km

Beitrag vom 3 August 2010

Dienstag, 22. Juni 2010

Heute machen wir alles mal ganz anders als geplant! Und warum? Weil wir nicht, wie ursprünglich vorgesehen, noch bis Freitag in Minheim bleiben können, sondern bereits am Mittwoch nach Chemnitz zurück müssen. Ein dringender Handwerkertermin steht dahinter.

Darum haben wir beschlossen, heute mit dem Bus bis zu dem weit außerhalb von Wittlich, im Ortsteil Wengerohr, gelegenen Hauptbahnhof zu fahren, unsere Fahrkarten für morgen zu kaufen und “auf Sicht” nach Minheim zu laufen. Und wie nebenstehendes Bild zeigt, ist das ja alles auch gar nicht so schwer – wir müssen auf jeden Fall hinter den in der Mitte aufragenden Berg gelangen. Den entsprechenden Kartenausschnitt habe ich ja auf dem GPS-System. Und so kann es losgehen.

Über Wahlholz kommen wir nach Platten, wobei wir die Autobahnbaustelle ganz zünftig queren, nämlich durch eine der bereits fertig gestellten Unterführungen. (Es gibt eigentlich gar nichts zu queren oder unten durch zu gehen. Die Trasse muss erst noch aufgetürmt werden. Aber man ist halt ein ordentlicher Mensch…)

In Platten queren wir ein letztes Mal die Lieser. Beim jenseitigen Anstieg schauen wir noch einmal zurück ins Liesertal. Ade – es war schön hier!

Ein kurzes Stück gehen wir Straße, dann folgen wir einem Feldweg und dann – ja dann sind wir auf den Wegen in den Weinbergen! Diese hier gehören zum Dorf Osann, in dessen Kirche wir etwas verschnaufen. Denn es ist ganz schön heiß geworden. Und so tut uns die Kühle in der Kirche gut.

Osann bildet gemeinsam mit dem benachbarten Monzel die Gemeinde Osann-Monzel. (Wie Armin Müller mit Stahl einen Schauspieler ergibt ;-) )

Und in Monzel erleben wir dann einige Vorgärten, die uns mit ihrer Blumenpracht begeistern. Allerdings sind wir froh, nicht dafür zuständig zu sein. Vorbei laufen und sich freuen ist eben einfacher als pflanzen, jäten und gießen…

Wir haben eh genug zu tun. Jetzt ist er nämlich da, jener Berg, den wir heute früh von weitem gesehen haben. Es ist der Monzeller Hüttenkopf. Vorbei an den Weinstöcken geht es, immer höher, bis wir oben von einer Wiese aus zum ersten Mal unter uns die Mosel erblicken.

Was dann folgt, ist ein kurzes Horror-Szenario! Laut Karte müsste ca. 100 Meter jenseits des oberen Wiesenrandes ein Weg verlaufen. Der verläuft auch da. Und dazwischen liegt eine kleine Schonung, links davon ein Wald, dessen Rand aber dicht mit Büschen gesäumt ist. Also hindurch durch die Schonung, zumal eine Spur hinein führt. Aber wir landen in einem derartigen Brombeer-Dornen-Gestrüpp, das uns der Spaß vergeht und wir uns doch zum Wald hin durchschlagen. “Hätten wir doch gleich machen können” tönt es als Kommentar hinter mir. Ja, wenn…

Kurze Zeit später haben wir auch den “originalen” Wanderweg erreicht, der in meinem GPS-System eingetragen ist. Der Witz ist, dass der dann irgendwo in einem nur noch schwer als Weg zu erkennenden, von Wildschweinen durchwühlten Hang endet. Aber von der generellen Anordnung her könnte das vor dreißig Jahren schon mal ein Waldweg gewesen sein. Sic transit gloria mundi…

Aber auch der schlechteste Weg hat ein Ende. Und kurz vor 14 Uhr sitzen wir auf einer Bank mit herrlichem Moselblick und vespern. Unter uns liegt auf der anderen Moselseite Wintrich. Jetzt kennen wir uns aus. Und so wird der Rest des Weges zu einem genüsslichen Spaziergang durch die Weinberge oberhalb von Minheim. Auf der Höhe haben wir den Blick hinüber nach Piesport.

An der kleinen Pestkapelle kommen wir vorbei, nehmen Platz am Aussichtspunkt gegenüber Piesport.

Und dann kommt uns ein Auto entgegen. Lachen und eine herzliche Begrüßung – es ist Frau Schmitt, unsere Wirtin.

“Ich habe Ihnen einen Sommerwein hingestellt, lassen Sie sich es schmecken!” Und weiter fährt sie, zur Arbeit in den Weinberg.

“Zuhause” geht es rasch unter die Dusche. Dann probieren wir den Wein. Mit einem Bummel durch den Ort frischen wir alte Erinnerungen auf.

Friedmar Erfurt @ 14:49
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Manderscheid nach Wittlich 21,8 km

Beitrag vom 3 August 2010

Montag, 21. Juni 2010

Heute geht es von Manderscheid bis nach Wittlich immer im Liesertal entlang. Keine einzige Ortschaft wird zwischendurch berührt. Und irgendwo zwischendrin verlassen wir den Eifelsteig, der westwärts Richtung Trier abbiegt. Der Morgen ist kühl, der Himmel bedeckt.

Dafür haben wir aber gestern Abend noch eine – auch zum Montag! – zeitig öffnende Bäckerei entdeckt. Und dort kaufen wir frisches Gebäck für die folgenden zwei Wandertage. Ei, verflixt – morgen Abend ist die ganze schöne Wanderei schon wieder zu Ende. Auch Monika schaut ein wenig wehmütig drein, als ich sie darauf aufmerksam mache.

Wir finden am unteren Ortsende von Manderscheid problemlos den Einstieg zum Eifelsteig, die Markierung ist – wie überall bisher – sehr gut. Und bald sind wir an der Stelle, von wo aus man den oft gezeigten “Bilderbuchblick” auf die Manderscheider Burgruinen hat. Wir fotografieren viel – man kann ja überflüssige digitale Bilder so schön löschen (und tut es meist doch nicht…).

Das Laufen macht richtige Freude. Und Monika ist sogar bereit zu einem gestellten Foto – so rasch hatte ich nämlich bei ihrem ausbrechenden Jubel ob der schönen Aussicht die Kamera nicht zur Hand.

Wir folgen – nichts böses ahnend – einem Weg, der sacht hinunter ins Tal führt. Es geht an einem Weiher vorbei. Und dann ist es auf einmal Feierabend mit dem Weg: Windbruch! Wir entschließen uns zur brutalen Lösung, die die kürzeste ist – steil die Wand hinauf zu dem weiter oberhalb verlaufenden Weg. Wieder einmal bewundere ich Monika, wie sie solch “erheiternde” Einlagen wegsteckt.

Der Weg oben am Hang ist recht rustikal gesichert. Aber es läuft sich sehr angenehm, zumal es im Wesentlichen ohne größere Steigungen dahin geht.

Allmählich wird der Wald lichter, der Windbruch hat zum Glück etwas abseits vom Wege gewütet.

Wir überqueren die Lieser auf einer kleinen Holzbrücke und kommen auf der anderen Seite hinaus auf die Höhe. Eine Sitzgruppe bietet einen wunderbaren Blick ins Tal, aber uns ist noch nicht nach Vespern zumute. Also weiter!

Allmählich geht es wieder hinunter ins Tal der Lieser. Das letzte Stück ist sogar mit einem Seil gesichert. Es wäre zwar auch ohne dieses Hilfsmittel zu laufen (da gibt es in den Alpen ganz andere, ungesicherte Abstiege…), aber wenn das Seil einmal da ist, nutzt man es halt auch.

Vor uns läuft der Weg in eine Furt durch die Lieser aus. Sollen wir etwa durch das Wasser waten? Wie wir richtig aus dem Wald heraus sind, sehen wir es: rechts gibt es noch eine kleine Brücke über das Flüsschen. Die Füße bleiben trocken.

“Am nächsten schönen Plätzchen machen wir Halt!” Wenn Monika so etwas beschließt, duldet sie keinen Widerspruch. Also Ausschau halten – und dann ist sie endlich da, eine einladende Sitzgruppe mit Tisch. Auf dem Tischtuch aber landet das geliebte Schoko-Croissant. Hm, das schmeckt!

Noch geht es ein ganzes Stück im Tal entlang, meist auf Waldwegen. An der Schladtermühle kommen wir vorbei. Die Alte Pleiner Mühle folgt, dann die Abachsmühle und die Bohlensmühle. Weiter: Bastenmühle, Hasenmühle, Brückenmühle – das mühlt aber hier auf einmal!

Ja, und dann tut sich eine neue Welt auf: Weinberge!

Wir haben Wittlich erreicht. Und obwohl die Stadt noch ein Stückchen von der Mosel weg ist, hat sie doch bereits die Hanglagen und wohl auch das Klima für guten Wein.

Als wir am Abend in dem hübschen Städtchen unterwegs sind, probieren wir natürlich Wittlicher Riesling. Und sind es zufrieden mit dem Wein und dem Essen und der netten Bedienung in einem alten, seit langem in Familienbesitz geführten Gasthaus.

Zurück in unserem Hotel Schneck beschließen wir, noch einen “Absacker” beim Wirt am Tresen zu uns zu nehmen. Und dann wird es noch eine jener unvergesslichen Stunden, die wir schon mehrfach bei unseren Wanderungen erlebt haben. Es gibt einfach nichts Interessanteres als Menschen, mit ihren Erlebnissen und ihrer Familiengeschichte. Danke für den schönen Abend, Herr Schneck!

Friedmar Erfurt @ 12:45
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Von Daun nach Manderscheid 22,9 km

Beitrag vom 2 August 2010

Sonntag, 20. Juni 2010

Sonntag ist es heute, aber ein sehr kühler. Das soll uns recht sein. So ist es allemal besser als zu warm.

Uns erwartet wieder ein sehr gutes Frühstück. “Möchten Sie ein Eichen?” fragt schmeichelnd die Wirtin. “Na, ja, weil Sonntag ist!” Und so lassen wir uns das pflaumenweich gekochte Ei schmecken.

Wir bedanken uns beim Abschied vom “Berghof” – hier war es außerordentlich angenehm.

Steil geht der Weg hinauf zum Gemündener Maar und noch steiler zu dessen Rand. Unten am Maar erinnert eine Gedenktafel an eine Geburtstagsfeier im Jahre 1847: “Hier feierte Helmuth von Moltke seinen Geburtstag.” Was es nicht alles gibt…

Oben am Kraterrand bietet ein Aussichtsturm wieder einmal einen weiten Blick. Aus der Ferne grüßt der Nerother Kopf herüber.

Dann geht es ein Stück eben hin. Ein anderer Wanderer stellt voll Freude fest, dass er den gleichen Rucksack wie Monika habe. “Das sind die besten der Welt!” Und fügt ein vielsagendes Schmunzeln hinzu.

Da sind wir auch schon angekommen an einer Absperrung – steil geht es hinab zum Weinfelder Maar, dem Totenmaar.

Eine Schautafel an der kleinen Kirche am Friedhof klärt uns auf, wieso das Weinfelder Maar den Namen Totenmaar hat. Als das Dorf infolge der Pest im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde, begruben die Leute weiter ihre Toten hierauf dem Friedhof bei dem kleinen Kirchlein. Heute nutzt es die Gemeinde Schalkenmehren.

Wir steigen hoch zum südöstlichen Rand des Maares und schauen hinab zum Schalkenmehrener Maar, dem dritten Maar im Bunde.

Es hat am wenigsten vom Charakter eines Vulkansees in der Eifel, mit dem angrenzenden Dorf samt Schwimmbad könnte man sich auch an einem anderen Plätzchen in Deutschland fühlen.

Dafür erläutert noch einmal eine ausführliche Schautafel den Unterschied zwischen Vulkankegel und Maar sowie deren Entstehung. Überhaupt macht Schalkenmehren mit seinen hübschen Häusern den Eindruck, dass man hier auf gut organisierten Tourismus Wert legt.

Wieder geht es bergwärts. Doch wir wissen: dieser Anstieg führt hinauf zum Talrand und dann hinunter ins Tal der Lieser. Und dann geht es – zumindest theoretisch – ständig am Flusse entlang Berg ein.

Noch einmal haben wir einen schönen Blick zurück nach Schalkenmehren.

Vor Trittscheid begegnet uns eine echte Rarität: ein Fischteich mit Klo! Die Mitglieder des Anglervereins belagern den kleinen Teich regelrecht – ob sich hier noch ein Fischlein halten kann? Aber fürs kleine und große Geschäft ist alles vorhanden, alles sehr sauber, sogar Seife ist vorhanden. Es geschehen eben doch noch Zeichen und Wunder…

Anschließend geht es weiter durch den Wald. Ein schöner Blick auf Trittscheid tut sich auf. Vermutlich kommen von hierher die so fürsorglichen Angler. Ja, wenn man aus solch einem schmucken Dörfchen kommt, erklärt sich manches!

Wir müssen noch ein paar steile Serpentinen hinunter, dann haben wir die Lieser erreicht.

Nun geht es immer die Lieser entlang.

Hinter einem großen Holzstapel versteckt finden wir einen Platz zum Vespern. Komisch, wir haben richtig gehend Hunger.

Allmählich bietet die Lieser ein völlig anderes Bild: vom sanften Wiesengrund über einen gewundenen Fluss mit Fichten bestandenen Hängen (viele Pilze am Wegesrand!) wandelt sie sich bis zum tief eingesägten Tal vor Manderscheid – die Reste des Vulkanismus sind hier zu merken.

Denn wir haben uns vorher kundig gemacht – unser Etappenziel Manderscheid läge auf dem Lavastrom eines ehemaligen Vulkans.

Wir überlegen, ob sich ein Abstecher zur Burgruine Geißenburg lohne. Da fällt uns eine Schmiererei auf dem Wegweiser auf: “Lohnt nicht. Nix zu sehen.” Das riecht nach dem Wutschrei eines Enttäuschten. Ergo lassen wir diese Höhe links liegen.

Und siehe da: da taucht auch schon in der Ferne der Turm der Ruine Oberburg von Manderscheid auf.

Es ist zwar noch eine ganze Strecke bis zum Ortseingangsschild. Doch davor noch, als erstes Haus finden wir – unser Hotel “Burgblick”. Es ist kurz vor 16 Uhr.

So bleibt uns wieder Zeit für einen kurzen Bummel durch die kleine Stadt.

Vom talseitigen Rand des Friedhofes haben wir noch einen Blick hinunter zu den zwei Burgruinen von Manderscheid, der Ober- und der Niederburg.

Uns wird es kühl, obwohl wir eigentlich warm genug angezogen sind. Tja, wir haben den 20. Juni – morgen ist Sommersanfang.

Beim Rückweg aus der Stadt haben wir einen schönen Blick auf unser Hotel.

Dort wird uns Kassler mit Sauerkraut zum Abendessen angeboten. So etwas Deftiges kommt uns heute gerade recht. Und ein Grog wegen der Kälte – fast wie im Vorjahr, wo wir auch den Sommersanfang mit diesem Getränk begrüßten.

Friedmar Erfurt @ 20:13
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal
Ruhetag in Daun

Beitrag vom 2 August 2010

Sonnabend, 19. Juni 2010

Durch den Kurpark laufen wir hinauf nach Daun, den Weg kennen wir ja bereits seit gestern Abend. Monika hat die Kapuze ihres Anoraks hoch geschlagen – es regnet leicht.

Unser wichtigstes Ziel ist heute das Vulkanmuseum Daun. Hier hoffen wir, etwas mehr über den Vulkanismus in der Eifel zu erfahren. Und wir werden nicht enttäuscht. Bereits der junge Mann an der Kasse gibt uns eine angenehme Einführung, nicht zu breit, aber mit viel Sachkenntnis. Naja, gehört sich ja schließlich auch so…

Bis zum Vulkan und Kaltwassergeysir reichen die Modelle, ich werde wieder einmal meinem Ruf als Museums-“Onkel” gerecht. Und zwar deshalb, weil ich keinen Schritt weiter gehe, bevor ich nicht den letzten Buchstaben einer Schautafel gelesen habe.

Wann es wo welchen Vulkanismus in der Eifel gab – das Alles habe ich mir so genau nicht gemerkt. Aber dass der letzte Ausbruch vor 8400 bis 10000 Jahren stattfand, das hat mich doch sehr beeindruckt. Und dass man eine große Magma-Kammer in nicht allzu großer Tiefe entdeckt habe.

Denn manche Vulkane schlafen ja auch tausende Jahre lang – und dann toben sie plötzlich wieder los. Hoffentlich kommen wir noch heil nach Sachsen zurück, da sind wir dann weit genug entfernt…

Das Mittagessen nimmt uns die Angst. Auf Empfehlung unserer Hotel-Wirtin finden wir uns bei einem sehr gutem Italiener ein. Wir nehmen eine kleine Pizza und trinken dazu Weißwein. Und dabei kommt uns der Gedanke, dass ja die Italiener mit Ätna, Vesuv und Stromboli so ihre Erfahrungen haben. Wenn dann ein so guter Pizza-Bäcker von dort weg geht – in die Eifel – , dann setzt er auf Nummer sicher. Und wir beschließen: die Eifel ist so sicher wie die Rente…

Derart moralisch gefestigt, begeben wir uns hoch zum Burgberg. Hier haben wir einen schönen Überblick über die Stadt Daun. Wer mag hier oben schon alles gehaust haben?

Und weil jetzt auch die Sonne da ist, beschließen wir, noch ein wenig durch die Stadt zu bummeln. Wir erinnern uns: Da gab es doch noch so eine Empfehlung – war da nicht die Rede gewesen von einem guten italienischen Eiscafé?

Tatsache, wir finden es! Bei einem gewaltigen Eisbecher und einem Espresso lassen wir es uns gut gehen. Anschließend laufen wir gemächlich zu unserem Hotel in Gemünden zurück. Dort überrascht uns die Menge der Autos, die auf dem Parkplatz stehen. Und als wir zum Abendessen kommen, ist der Gastraum gerammelt voll. An einem langen Tisch feiert fröhlich eine größere Gesellschaft. Wir finden noch ein Plätzchen. Und als sich einige (noch) ältere Herrschaften von ihren Tischen am Fenster erheben, kommt die Wirtin zu uns und fragt: “Wollen Sie sich ans Fenster setzen?” Wir wollen und genießen so bei Abendsonnenschein den schönen Blick ins Liesertal bei Gemünden.

Friedmar Erfurt @ 15:31
Gespeichert in: Rotwein-Wanderweg im Ahrtal