Der Wetterbericht hatte starken Regen vorhergesagt. Und ausnahmsweise hat er recht! Wir machen uns “regendicht”, bezweifeln aber, ob wir die vor uns liegenden 32 km trocken überstehen werden. Und obwohl die Zeit drängt, statten wir der ehrwürdigen ehemaligen Klosterkirche einen Besuch ab. Dann geht es hinaus! Dem Rat unseres Wirtes folgend lassen wir Spielberg aus – zu sehen gibt es an diesem Tag sowieso nichts!
Auch oben auf dem großen Areal des Ringwalls am Gelben Berg getraut man sich kaum, die Kamera aus der dichten Verpackung zu nehmen.
Wir folgen verbissen der Wegmarkierung, denn wir wollen die Steinerne Rinne bei Wolfsbrunn nicht verpassen. Verrückter als wir ist offenbar nur eine kleine Maus, die sich am Straßenrand nicht beeindrucken läßt, sich um die eigene Achse dreht und an Grashalmen knabbert. Vielleicht gibt es doch Tanzmäuse in freier Natur?
Und dann ist sie da, die Steinerne Rinne. So hübsch hatten wir sie uns nicht vorgestellt.
Was dann noch kommt, ist vom Weg her oben auf dem Hahnenkamm eigentlich sehr gut zu laufen – aber nicht an diesem Tag! Es regnet nicht, es schüttet!
Wir kämpfen gegen uns selbst, in die Schuhe kommt langsam die Nässe rein, es macht einfach keinen Spaß mehr! Wir sind mehr als 6 Stunden unterwegs, ohne etwas gegessen zu haben. Kein trockenes Plätzchen. Ziemlich plötzlich fällt uns der Hunger an. Wir hatten gut gepackt, das Essen im unteren Fach ganz vorn. Ein Kanten Brot, eine Banane. Sofort wird alles naß. Messer suchen? Nee, das Brot in mehrere Teile gebrochen – oder gerissen, wie man will, und mit patschnassen Händen gegessen. Noch die Banane geteilt. Schmeckt unheimlich gut: Banane mit Regenwasser…
In Windischhausen sehen wir ein Straßenschild “Wettelsheim 5 km”, während uns unser “Navi” noch 6,9 km anbot. Also den Rest per Straße!
Windischhausen brachte uns etwas Neues: der Ortsname, so stand es auf einer Tafel bei der Kirche, leite sich von den Wenden her. Also doch einst slawische Besiedlung in dieser Gegend!
Brot und Banane wirken, wir machen die 5 km in einer Stunde.
Im Hotel erbitten wir uns einen großen Packen alter Zeitungen – völlig trocken werden die Schuhe bis zum Morgen aber trotzdem nicht. Bei uns geht es mehr um den Durst, den wir haben. Und der kann mit frischem “Märzen aus dem Steintopf” hinreichend gelöscht werden.