Ich bin an diesem Morgen zeitig munter – und traue meinen Augen kaum: über meinem Kopf das Dachfenster, und über dem Dachfenster? Blauer Himmel!
Wir kommen relativ spät los, das Packen all der zum Trocknen aufgehängten Sachen braucht seine Zeit.
An der Stelle ein Wort zu guten Wanderstöcken. Wir haben auf Monikas Wunsch ein Paar mitgenommen. Wer an deren Nützlichkeit bei solcher Flachland-Tour zweifelte, wäre spätestens dann überzeugt gewesen, wenn er Monikas ideenreiche Trockengerüstkonstruktionen gesehen hätte…
Heute geht es über die Altmühl, das Wasser ist nach dem gestrigen Regen lehmig braun – aber der Himmel spiegelt sich trotzdem darin.
Vom jenseitigen Höhenrücken schauen wir noch einmal zurück auf Wettelsheim.
Monika läuft wie ein Schneider – Weißenburg und ein Ruhetag winken!
Zuvor aber erwartet uns bei dem kleinen Ort Graben ein besonderes Erlebnis. Hier versuchte Kaiser Karl der Große 792, einen Kanal von der Altmühl zur Schwäbischen Rezat – und damit von der Donau zum Main – bauen zu lassen.
Allein das kleine Dorfkirchlein lohnt schon einen Besuch.
Es ist ein schlichter Raum. Eine Gruppe von Leuten mit Fahrradhelmen stürmt den Raum, unterbricht die Stille und ist wieder draußen.
Sie haben nicht gesehen, was ihnen da von wunderbaren gotischen Wandbildern gezeigt wird: der Teufel schleppt nämlich die Unwürdigen in die Hölle…
Dann stehen wir am Karlsgraben – dem Relikt eines gewaltigen Verkehrsvorhabens, das an den komplizierten geologischen Bedingungen in dieser Gegend scheiterte.
Gleich danach folgt ein ungewöhnlicher Brunnen – genau auf der europäischen Wasserscheide. Das Wasser läuft gleichzeitig nach links und nach rechts – letztlich nach links zur Donau und rechts zum Rhein.
Dem Frankenweg schlagen wir jetzt ein Schnippchen und laufen den Radweg längs der Bahn nach Weißenburg, gut zu gehen und von Mohnblumen gesäumt.
Und so stehen wir bald vor dem ehrwürdigen ehemaligen Rathaus – diese kurze Strecke heute und einen entspannten Nachmittag haben wir uns gestern reichlich verdient!