Etappe 37 Elsterberg – Schönfels 23.07.09

Dienstag 28 Juli 2009

Wir gehen kurz nach 8 Uhr los. Heute soll es sehr schwül werden. Da lohnt sich jede Minute, die man eher los kommt.

Auf dem ersten Stück ist nicht „Friedmarsweg“, sondern “Hermannsweg” angesagt. Spaß beiseite, was Namen anbelangt. Aber die Mehrzahl der heute noch vorhandenen Wege hinauf zum Kriebelstein hat einst im Auftrag der Stadt mein Großvater Hermann Erfurt angelegt, noch richtig mit Hacke und Spaten. Schon auf halber Höhe haben wir „Betriebstemperatur“ und genießen dafür den

schönen Blick hinunter auf Elsterberg.

Monika jubelt zwar, dass wir nun die Höhe erreicht haben – aber sie setzt sich! Wir merken nämlich, dass bei zwei Ruhetagen nacheinander mindestens einer zu viel ist…

Und für Catrin und Tilo ist es eh der erste Tag.

An fast reifen Rapsfeldern vorbei gehen wir hoch zum Kuhberg bei Netzschkau,

wo eine große Freiluft-Modellbahnanlage hergerichtet wird.

Auf dem Weg herab kommt uns eine größere Gruppe jüngerer Schulkinder entgegen – fast alle mit Rucksack. Es gibt vielleicht doch wieder Wanderer-Nachwuchs!

Es ist jetzt halb zehn. Hoffentlich sind die Kleinen nicht zu sehr enttäuscht, dass die Gaststätte erst 11 Uhr öffnet.

Durch Netzschkau werden wir auf dem Wanderweg zur Göltzschtalbrücke und dann darunter hindurch geleitet.

Am Fuße der Brücke wartet eine Gaststätte auf uns, wo wir Radler trinken – und uns vor dem ersten Regenschauer des Tages verstecken.

Wir gehen dann den Brückenweg hoch und haben bald einen schönen Blick auf

Burg Mylau und rückwärts zur

Göltzschtalbrücke.

Eine hübsche Schutzhütte nutzen wir für die Rast, bevor wir durch Obermylau nach

Reichenbach gelangen und dort auf

endlos langer gerader Straße durch die Stadt.

Die Sonne knallt herunter – es wird sehr heiß.

Dann endlich erreichen wir Wald. Dort aber, wo die Sonne nicht hingelangt, sind die Wege sehr matschig.

Noch vor Neumark ist die Burg Schönfels schon weithin sichtbar. Aber…

Regen macht uns und unsere Wegbegleiter mürbe, wenn auch ab und zu der Weg durch die Felder ganz brauchbar ist.

Von Oberneumark ab haben wir einen richtig schönen Weg durch Felder und am Waldrand entlang, bis dann

Schönfels mit seiner Burg zum Greifen nahe auftaucht.

Aber scheinbar ewig geht es noch durch den Ort, starker Regen und Wind setzt wieder ein.

Alle haben „den Kanal voll“.

Ein uriges Abendbrot auf Burg Schönfels entschädigt dann für die Strapazen. Und als unsere Wirtin gar noch eine Flasche Sekt im Kühlschrank übrig hat, geht es uns richtig gut!

Ruhetage in Elsterberg 21.+22.07.09

Wolfgang hat – im Gegensatz zu mir – dank seines Gartens nie ganz die Bindung zu unserer Heimatstadt Elsterberg verloren. Mit dem Hobby, alte Postkarten von Elsterberg zu sammeln, vertieft er sie noch. Als er hört, dass ich meinen Schwager Karlheinz im Altersheim besuchen will, bietet er mir sofort seine Begleitung an.

Wir treffen uns an Wolfgangs Garten und gehen los zu Karlheinz in die Gippe, den am Eingang zum Steinicht gelegenen Ortsteil.

Der Bau der neuen Brücke über die Weiße Elster mit Überführung über die Bahnlinie macht Wolfgang Kopfschmerzen – im wahrsten Sinne des Wortes: die Vibrations-Straßenwalze gibt bei der Verdichtung des Baustoffes einen derart intensiven dumpfen Ton von sich, dass man ihn körperlich fühlt. Und sein Gartengrundstück liegt unmittelbar oberhalb der Baustelle. Nun, Ende August soll die Baumaßnahme beendet sein und die Brücke anlässlich des Heimatfestes übergeben werden. Dann ist die schon in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts geplante Ortsumgehung von Elsterberg doch noch Realität geworden.

Mein Schwager Karlheinz empfängt uns in bester Laune. Es ist erstaunlich, wie er sich – 81-jährig und halbseitig gelähmt – geistig fit hält. Er erzählt uns voller Begeisterung, dass er jüngst im Park des Altersheimes eine seltene Pflanze fand, die er das letzte Mal vor dreißig Jahren gesehen habe. Als bestens mit Elsterbergs Vergangenheit vertrauter Historiker ist er für Wolfgang genau der richtige Partner für das Ausgraben einiger heute vergangener Details.

Am Nachmittag drehe ich dann mit Monika noch eine Runde durch die Stadt und um die Burgruine – noch nie hatten wir in den letzten Jahren so viel Zeit dafür.

Zum Abendessen hat uns Karlheinz‘ Sohn Ulli eingeladen – die Stunden vergehen wie im Fluge.

Am nächsten Morgen besuchen wir

die offene Kirche von Elsterberg (auch dem St. Laurentius geweiht, die wievielte schon auf dieser Tour?). Hier wurde ich getauft und konfirmiert, seit mehr als 50 Jahren war ich nicht mehr in ihrem Inneren. Ein eigenartiges Gefühl.

Am Markt treffen wir uns mit meiner Cousine Ursula, die ich gleichfalls sehr, sehr lange nicht mehr gesehen habe. Von ihr erhalte ich einige wertvolle Informationen zu ihrem Zweig der Familie, die mir für die Vervollkommnung des Familien-Stammbaumes noch fehlten.

Und dann steht auch schon mein Neffe Hans-Peter mit seiner Frau Kerstin bei uns. Wir gehen gemeinsam zu meiner Schwester Elfriede.

Die 88-jährige freut sich über den Besuch, sie wird von ihren Kindern liebevoll umsorgt. An diesem sonnigen Tag nehmen sie sie mit in den Garten.

Am Nachmittag treffen Catrin und Tilo ein, die zwei Etappen mitgehen wollen.

Beim Gang auf die große Burgruine von Elsterberg zeige ich das Reich meiner Kindheit. Hier haben wir einst fast jeden Tag gespielt.

Und das Foto mit dem Elsterberger Standardblick auf die Kirche durch das Fenster der Burgruine darf natürlich nicht fehlen.

Den Hinweis, dass am nächsten Morgen als erstes eine „Bergwertung“ beim Anstieg zum Kriebelstein folgt, nehmen die beiden gelassen. Zumindest den Prolog, die Runde bis zum Waldbad und zum Neubau der großen Brücke, stecken sie problemlos weg.


7 Kommentare for 'Etappe 37 Elsterberg – Schönfels 23.07.09'

  1.  
    Elsterbergerin
    23. Juni 2010 | 17:38
     

    Hallo,

    ein sehr schöner Beitrag mit wundervollen Bildern von Elsterberg und Umgebung. Ich bin selbst aus Elsterberg und bin auf der Suche nach einem Historiker und jemanden der sich mit der Geschichte Elsterbergs und ihren Bürgern auskennt. Eventuell können sie mir jemanden aus Elsterberg empfehlen.

    Viele Grüße

  2.  
    Catrin & Tilo Gutzeit
    4. Juli 2010 | 12:20
     

    Monika & Friedmar, als wir uns entschieden hatten, 2 Tage mit euch zu wandern, dachten wir noch, das geht doch “Locker vom Hocker”, war ja auch noch weit hin. Aber am Tage, als wir in Elsterberg auf euch 2 “Wander-Profis” trafen, die schon längst warm gewandert waren, begann das innere Kribbeln und uns wurde unser Leichtsinn schon bewußt, so mir-nichts-dir-nichts einzusteigen. Jedoch eure herzliche Aufnahme, die interessante und lockere Führung durch Friedmar’s Heimatort Elsterberg und das leckere Begrüßungsbier (es waren dann schnell 3 :-) ) hatten erste aufkommende Bedenken und gefühlte Schwäche schnell beseitigt. Und so gings auch morgens trotz erstem steilen Anstieg auch super los. Die Stimmung war heiter und die Bewegungsmuskeln erstaunlich locker. Bis in die frühen Nachmittagsstunden hielt es an. Doch es sollte sich schon noch ändern. Und zwar, beim unendlich erscheinenden Berg-und Talritt durch die Straßen von Reichenbach und Friedmar’s vergebliche Aufmunterungen, wie “…schaut mal nach links oder rechts, die Straßen sind noch steiler und sinnloser, die hab ich euch erspart…und nach der nächsten Kuppe biegen wir schon wieder waldwärts ab…(hahaha, da kamen aber noch 2 oder 3 Kuppen, eh es wirklich in die Matsche eines Waldweges weg von Reichenbach’s Straßen ging). Auf den zahlreichen Wegen dieser Tour haben wir uns viel unterhalten, kamen uns persönlich natürlich noch näher und erfuhren dies und das aus der jeweiligen familiären Richtung. Göttlich und später unser ständig Kommentarbegleiter, war eine Geschichte über Moni’s und Friedmar’s Nachwuchs, der zum Schluß immer “…Neejee…” sagte. Dies wurde dann zum Motto ausgerufen, wenn Friedmar uns z.B. noch einen kleinen Extraweg (zumindest hatten wir dies so fast immer empfunden) vorschlug und die Truppe aus vollem Hals gröhlte: NEEJEE. Unseren heutigen Zielort durch die alles überragende Burg schon lange fest im Blick, wollte sich das Quartier ewig nicht zeigen. Dazu noch aufkommende Müdigkeit und wieder Friedmar’s Richtungskommentare: “…jetzte nur noch mal rechts in die Straße und dann der Linksbiegung folgen, dann wieder rechts bergauf und, und, und ….” und es regnete noch dazu. Es kam uns vor, als hätten wir gleich noch eine Sightseeing-Tour durch die Ortschaft gemacht, erreichten wir dann am späten Nachmittag schon erschöpft, aber überglücklich doch gestartet zu sein, unser wunderschönes Quartier und das leckere Abendessen auf der Burg entlohnte für alle Strapazen nach unserem Kaltstart. Was für ein Tag 1 für uns, auf dem berühmten Friedmarsweg.

  3.  
    26. Oktober 2010 | 20:20
     

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