Monika trug sich bereits lange mit dem Gedanken einer erneuten Operation ihres Zehengelenks. Und nun standen Ort, Termin und ausführender Arzt bereits fest, quasi war das Messer schon gewetzt…
Da kam das Schicksal in Gestalt eines ihrer Schulkameraden daher, der im 1. Leben Orthopäde war, manchen Fuß operiert hatte und entsetzt aufschrie: “Ja nicht, wenn Du keine Schmerzen hast!”
Langer Rede kurzer Sinn: Am Tage der abgesagten Operation kauften wir ein Paar erstklassige Wanderschuhe, ließen sie anschließend vom Orthopädieschuhmacher an der bewussten Stelle ein wenig weiten – und wanderten.
Am Karfreitag ging es mit unseren Freunden, den “Rentnern”, ins Müglitztal bis zum Schloss Weesenstein.
Mit etwas über 11 km hatte die Strecke genau die richtige Länge, um im Fall der Fälle auf Überraschungen von Seiten der Schuhe reagieren zu können. Aber alles war o.k.
Und da sich gewöhnlich erst bei Mehrtagestouren die Schwierigkeiten herausstellen, ging es am folgenden Tag, dem Ostersonnabend, wieder auf Achse. Diesmal waren Regina und Thomas mit von der Partie, die uns im vergangenen Jahr Sachsen-Fähnchen schwingend auf sächsischem Territorium willkommen hießen.
Nun ging es von Kloster Buch das Tal der Freiberger Mulde hinunter bis Leisnig und retour. Die rund 12 km voller Kurzweil bei bestem Frühlingswetter und auf gut zu gehenden Wanderwegen waren viel zu schnell vorbei.
Und die Schuhe? Einwandfrei, keine Blessuren an den Füßen.
So etwas verlangt nach mehr. Und als am 18. April endlich wieder ein Sonnen-Sonntag ins Haus stand, beschlossen wir, eine größere Strecke zu gehen. Ich wollte eigentlich eine ordentliche Tour in der Sächsischen Schweiz machen, aber Monika protestierte: “An einem Sonntag müssen wir als Rentner nicht auch noch das überlaufene Rathen noch voller machen. Dort fahren wir mal in der Woche hin. Heute geht es zu Fuß von der Haustür los!”
Und wo sie recht hat, hat sie recht! Also liefen wir von Chemnitz-Ebersdorf durch den Zeißigwald, an der (Ex-)Talsperre Euba vorbei zum Adelsberg und weiter zur Bus-Endhaltestelle Schösserholz. Weil da der Bus aber gerade vor der Nase weggefahren war, ging es weiter zu Fuß bis ins Beimlergebiet zur Straßenbahn. Leicht von der Sonne verbrannt und recht müde kamen wir zuhause an. Der GPS-Datalogger hatte 21,1 km notiert.
Monikas Knöchel hatte zwar geringfügig Schaden genommen, aber daran waren wohl eher die frisch gewaschenen Trekkingsocken schuld. Fazit: Es kann wieder los gehen auf große Tour!