Freitag, 11. Juni 2010
Wir haben ein Traumwetter.
Und nach rasch überstandenem Ärger mit dem Hotel geht es an der Ahr entlang, bei strahlendem Sonnenschein und nur ab und zu einem weißen Wölkchen, dafür aber einem angenehm leichten Wind.
Wir haben am heutigen Tag nur eine Kurzstrecke zu bewältigen. Der Rotweinwanderweg endete ja in Altenahr. Und so habe ich für die heutige Etappe den Ahrtalradweg ausgewählt. Der verläuft ohne wesentliche Steigungen immer längs der Ahr, die hier den Charakter eines lieblichen Wiesen-Flüssleins hat. Zum Glück überholen uns nur ganz am Anfang ein paar Radfahrer, danach sind wir fast ganz allein unterwegs und können uns gemütlich unterhalten – Monika mit Sigrun, Eckhard mit mir.
Nur ab und zu mal machen wir einen kurzen Stopp wegen eines Fotos – dann geht es fröhlich weiter.
Das ist heute Genuss wandern pur. Natürlich sind wir glücklich, dass wir für unsere Berliner Freunde solch prächtiges Wetter haben und dass sich der gewählte Weg als so angenehm herausstellt.
In Ahrbrück endet heute die Bahnlinie der Ahrtalbahn. Doch der ehemalige Bahndamm dient jetzt als Rad- und Wanderweg. Fürs Wandern wäre zweifellos ein Wiesenweg günstiger als der Asphalt-Belag, doch es stört uns nicht allzu sehr.
Unser Vesper genießen wir etwas ungewöhnlich – sitzend auf dem Tisch, die Füße auf der Sitzbank. Der Grund ist ganz einfach: angesichts des hohen Grases um die Tischgruppe herum haben wir Respekt vor den Zecken.
An Hönningen geht es vorbei und an Liers, kleinen schmucken Orten.
Noch vor 13 Uhr haben wir Dümpelfeld passiert und wissen: der nächste Ort ist unser Tagesziel Insul.
Im Gasthof Insul werden wir freundlich empfangen.
Eckhard holt sein Auto aus Altenahr – mit Freude berichtet er uns über die dabei zuteil gewordene Hilfsbereitschaft fremder Menschen, die den an der Bushaltestelle Wartenden nach seinem Weg fragten und ihn mitnahmen.
Wir fragen nach einem Kaffee und evtl. etwas Kuchen. Nein, den habe man heute nicht. Aber wie wäre es mit einem Eis? Jawohl, das genehmigen wir uns.
Und wir werden herzlich eingeladen zur heutigen Eröffnung der Biergartensaison, die örtliche Blaskapelle sei auch anwesend und für €12,50 pro Person wären wir beim Grill-Buffet dabei.
Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, zumal die Vorbereitungen im Hofe schon anlaufen. Wir machen noch einen Bummel durch den hübschen Ort und erfahren an einer Schautafel, dass der ungewöhnliche Name “Insul” von “Insel” stammt: die Ahr gabelte sich früher oberhalb des Dorfes und floss in zwei Armen um ihn herum.
Rechtzeitig zur Eröffnung sind wir zurück, die Blaskapelle legt sich mächtig ins Zeug – die Speisen vom Grill sowie ein guter Wein dazu sind ein angenehmer Ausklang dieses sonnigen Tages.